Warum der Rum?  (Lisa)

Ich könnte Euch einfach kurz und schmerzlos ein fröhliches "Prosit Neujahr" schreiben und es dabei belassen. Aber wenn ich das täte, dann wüsstet Ihr nichts von unseren wirklich sensationellen, unvergleichlichen Silvester- und Neujahrestagen in den Tobago Cays. Um es vorweg zu nehmen: wir liegen im Paradies! Besser und atemberaubender können sich die karibischen Inseln wohl kaum präsentieren.

 

Die Tobago Cays bestehen aus mehreren Riffen kurz vor Beginn des scheinbar endlosen Ozeans. Ihr letztes Riff heißt klagvoll: "Worlds End". Das größte davon in Hufeisenform, in dem man ankern und dann gleich schnorcheln kann. Drum herum schützen einen kleine Trauminseln aus Sand, Sträuchern und Palmen mit jeder Menge Kokosnüssen drauf. Es wimmelt von Muscheln, Leguanen, Rebhühnern, Krebsen, Seesternen, Fischschwärmen. Die bunten, fröhlichen Holzboote der hiesigen Schwarzen – "Hey, my friend!", rufen sie einem stets breitgrinsend und gestikulierend zu –  nehmen Kurs auf unsere Likedeeler, um uns mit Bananenbrot, frischem Fisch, Obst, Gemüse und sogar Hummer zu versorgen oder uns zum Barbeque auf ihre Insel zu locken.

 

Aber der wirkliche Wahnsinn ist es, sich einfach von Bord ins Wasser plumpsen zu lassen und sich mitten in einer Schildkrötenkolonie zu befinden, die gemütlich grasend am Meeresboden rumlungert und ab und an zum Luftholen an die Oberfläche prustet, um einem dabei mit großen Knopfaugen anzusehen. Leider stets desinteressiert und gerade wieder zum Fressen abtauchend. Unsere Schildkröten lassen sich einfach nicht aus der Ruhe bringen. Die Kinder und wir haben einen irren Spaß dabei, ihnen nachzutauchen oder über ihnen zu schweben und sie zu beobachten.

 

Auf einer kleinen Sandinsel wärmen wir uns auf und treffen auf jede Menge Leguane. Die sehen schon lustig aus, diese uralten Echsen wie sie sich faul und bräsig in Büschen und auf Steinen sonnen. Gut haben sie es hier in den Cays. Ich glaub, im nächsten Leben möchte ich hier als Echse wiedergeboren werden.

 

Zu Silvester legen wir um an die vor die Cays gelagerte Insel Mayreau und treffen auf alte Segelfreunde von der "Via". Wir liegen in einer Traumbucht mit vielen bunten, typisch karibischen Holzbretterbars direkt am Strand. Es gibt total leckeren Hummer zu Silvester, der uns mächtig darüber hinweg trösten muss, dass wir auf einen Einheimischen-Trick reingefallen sind. Hatten wir bei der schönsten Bar am Strand unseren Platz reserviert, so stellt man uns als wir zum Essen kommen vor die vollendete Tatsache, dass diese Bar bereits ausgebucht ist. So werden wir hinter den Strand in eine nur halbnette Bude geführt, die weder Blick auf den Strand bietet, noch gemütlich ist. Plastikteller ohne Servietten stehen auf dem Tisch und ich gucke auf eine Telefonzelle, die einem Dixieklo sehr ähnlich ist. Wäre das Essen nicht so hammerhart lecker und hätten die Kinder nicht auch einen Hummer statt des eigentlich bestellten Hühnchens bekommen, dann wäre ich mächtig sauer. Man darf sich einfach nicht zu sehr auf die "Hey, my friend"-Aussagen verlassen, die einem die Boatboys so zurufen. Egal, der spätere Cocktail in der Bar, die wir uns ursprünglich rausgesucht hatten, schmecke phantastisch und um 24 Uhr hüpft die Via- und die Likedeeler-Crew gemeinsam von den Plichtbänken der Via-Yacht. Eine Tradition, in die die Via-Crew uns einführt. (Wir sind dann doch zu beduselt und zu faul gemeinsam von Bord ins Wasser zu hüpfen, was – sind wir mal ehrlich – eigentlich viel passender gewesen wäre ...)

 

Und dann geht es noch einmal zum Eiland "Petit Tabac". Dort sollte man toll schnorcheln und tauchen können. Es ist jedoch so eine starke Strömung mit Wellengang, dass die Likedeeler dort nicht ankern kann. So schnorcheln wir in 2 Phasen. Götz und Matti machen die erste Runde, während Kai, Leni und ich an Bord bleiben und mit der Likedeeler Kreise vor der Insel ziehen. Danach wird getauscht. Petit Tabac verführt einen nicht nur mit seiner wundervollen Unterwasserwelt. Vielmehr katapultiert einen der Anblick dieses flachen Palmeninselchens mal direkt in den Film "der Fluch der Karibik". "Hey, das sieht hier genauso aus wie im Film bei der Szene, bei der Elizabeth Jack Sparrows Schätze und den Rum verbrennt. "Aber, warum der Rum?" fragt Jack dort verzweifelt. Ich kann mich gut dran erinnern. Rum hatten wir zwar nicht dabei, aber als wir recherchieren wird klar, dass genau hier auf Petit Tabac diese Szene gedreht wurde. Kira Knightley hat bestimmt auch mit den Schildkröten auf den Tobago Cays geschnorchelt. Was haben die Schauspieler doch für ein Glück.
Unseren Rum schlürfen wir dann als oberleckeren Rumpunsch an einer karibischen Bar. Die Jungs träumen dabei von Elizabeth Swann. Ich weigerte mich von Johnny Depp zu schwärmen und träume vom Skifahren in den Schweizer Bergen. Da gibt es nämlich keine doofen Sandflöhe und Mücken, die länger als 14 Tage juckende Bisse hinterlassen. Obwohl, da gibt es auch keinen Rum. Aber, warum auch Rum, wenn man dort ein "Schümli Pflümli" trinken kann?
In diesem Sinne: Prosit Neujahr!

 

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Kommentare: 7
  • #1

    vera (Freitag, 08 Januar 2016 00:16)

    Will auch mit Schildkröten tauchen.

  • #2

    vera (Freitag, 08 Januar 2016 00:17)

    Und Hummer essen.

  • #3

    Mama (Samstag, 09 Januar 2016 10:35)

    Oh ja, ich mach mit!

  • #4

    Karin (Sonntag, 10 Januar 2016 18:03)

    ...Und ich möchte wenigsten etwas von Eurem traumhaften Wetter
    abhaben, aber pronto!!!!!

  • #5

    DON (Freitag, 15 Januar 2016 09:35)

    Bin mal wieder etwas spät dran, aber hier kommt zunächst eine freudige und begeisterte Gratulation zum Crossing! Team, ihr seid großartig! Ich freue mich für euch mit und habe ein breites Grinsen im Gesicht. Ihr habt das gesetzte Ziel erreicht, den Berichten nach, wurde euch nicht alles geschenkt und ihr habt allen Grund stolz auf euch zu sein.
    Selbstverständlich wünsche ich euch auch ein erfolgreiches und friedliches 2016! (Sofern ihr es mitbekommt, die Stimmung in D ist momentan nicht sonderlich positiv.)
    Ich bin vor wenigen Tagen von meiner "Ostblock-Tour" zurückgekommen. Habe mir die kleine Lisa und noch 5 weitere Personen in den Oldtimer Chevy Van geladen und bin von Deutschland, nach Tschechien, Slowakei und Polen gefahren. Fast 3 T km bei durchschnittlichen -12 Grad. Alles gut, nur in der Slowakei musste ein neuer Anlasser her.
    Meine liebste und große Lisamaus, ich drücke und küsse und umarme Dich ganz fest. Du Wahnsinns-Weib hast mich mal wieder sehr beeindruckt.
    der
    DON

  • #6

    Major Duhart (Donnerstag, 09 Februar 2017 12:24)


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  • #7

    Marchelle Steve (Freitag, 10 Februar 2017 03:28)


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